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Man kauft ein Handy. Die meisten User arbeiten damit, bis sie ein nächstes erwerben und wissen gar nichts davon, dass man die Software auf dem Handy aktualisieren kann. Diese Aktualisierungen laufen heutzutage genau so automatisch wie am PC ab. Man verbindet das Handy mit dem PC und wird zeitweise darauf aufmerksam gemacht, dass ein Update zur Verfügung steht, folgt den Anweisungen und hat danach eine aktualisierte Software-Version auf dem Gerät. Entweder mit kleinen Berichtigungen von Programmfehlern, die den meisten ohnehin nicht aufgefallen sind, manchmal aber mit großen Betriebssystemupdates, wie zum Beispiel von Android 2.3 "Gingerbread" auf 4.0 "ICS Ice Cream Sandwich" oder jetzt auch auf 4.1 "Jelly Bean".

Handy-Hersteller wollen aber nicht kostenlose Updates verteilen, davon können sie ihre Entwicklungen nicht finanzieren und daher beschränken sie sich auf einen dieser relevanten Betriebssystemsprünge, manchmal auf zwei aber dann ist Schluss. Dann sitzt man auf seiner veralteten Version und hat nur mehr zwei Möglichkeiten:

  1. Man folgt dem Wunsch des Herstellers und kauft ein neues Gerät mit aktueller Software
  2. Man lernt ein bisschen dazu und schließt sich einer der Gruppierungen an, die für das alte Gerät auch aktuelle Software zur Verfügung stellt

Die weniger Betuchten, und die Technik-Affinen werden allein wegen der Neugierde auf diese Handgriffe den zweiten Weg beschreiten.

Gleich vorweg: Wer den zweiten Weg beschreiten will, sollte keine Handies beim Provider kaufen, die an Verträge mit Bindungen gebunden sind. Man bekommt nämlich ein Handy, bei dem alle diese Experimente nicht möglich sind, weil sie vom Provider "versiegelt" sind. Es gibt einen SIM-Lock, damit kann man keine SIM-Karten eines anderen Netzbetreibers verwenden und darüber hinaus wird auch der Zugang zum Bootloader verhindert und damit kann ein "Flashing", "Rooting" und ""Unlocking" auf diesen Handies nicht ausgeführt werden. Es gibt Hersteller, bei denen das Entsperren des Bootloaders nicht nötig ist, zum Beispiel ist das "Rooten" und "Flashen" neuer ROMs beim ZTE Blade sehr einfach.

Was ist eigentlich "Firmware"?

Das sind alle jene Programme, die man am Handy fest gespeichert hat, die man also nicht löschen kann.  Im Unterschied zu Software, die man installiert und später wieder deinstallieren kann.  Am Handy nennt man Software "Applications" oder kurz Apps. 

Kauft man ein Handy, dann findet man im Verzeichnis der Applikationen viele Programme, die eine individuelle Zusammenstellung des jeweiligen Erzeugers sind. Manche Programme, wie zum Beispiel "Einstellungen" oder "Browser" finden sich bei allen Erzeugern, andere wieder sind herstellerspezifisch. Die Firmware ist daher auf Geräten verschiedener Hersteller verschieden. Wenn man daher von einem Handy-Fabrikat auf ein anderes wechselt, muss man sich auf andere Programme einstellen.

Während es daher bei Apple eine einheitliche Firmware gibt, gibt es bei Android so viele davon als es Hersteller gibt oder besser, so viele es Handy-Typen gibt, denn die Firmware kann auch zwischen den Handy-Typen desselben Herstellers variieren, da verschiedene Hardwarekomponenten verwendet werden.

Es gibt nun Projekte, die dieser Vielfalt an Firmware zu einer neuen Einheitlichkeit verhelfen. Schließt man sich einem dieser Projekte an, kann man sein Handy auf diese "Einheitsfirmware" umprogrammieren und ein neues ROM (=Firmware) auf das Gerät "flashen". Eines dieser Projekte ist CyanogenMod. 

CyanogenMod

Es gibt eine Gruppe von Programmierern, die gemeinsam das CynogenMod-Projekt verfolgen. Es handelt sich um eine eigenständige Firmware, also eine Sammlung von Programmen, die einerseits zur jeweils aktuellen Android-Version und zu jeweiligen Hardware des Handy-Typs angepasst werden. Ganz egal, welches Fabrikat man gekauft hat, mit CyanogenMod am Handy sind die Programme und die Einstellungen auf allen diesen Geräten gleich. 

ROMAndroid-VersionName 
CM 7 2.3 Gingerbread
CM 9 4.0 Ice Cream Sandwich 
CM 10 4.1 Jelly Bean 

Man kann nicht so ohne weiteres ein neues ROM auf ein Handy übertragen. Es gibt mehrere Hindernisse. Und die Art und Weise, wie man das Handy vor dieser Übertragung "behandeln" muss, hängt vom jeweiligen Hardware-Hersteller ab.

Einstiegspunkte zum Einlesen in CyanogenMod

SIM-Lock (wikilink)

Provider können Geräte auf ihr Netz sperren. Man kann dann auf dem Gerät nur SIM-Karten dieses Herstellers verwenden. Diese SIM-Sperre kann man über kostenpflichtige Dienste aufheben. Beispiel: http://www.cellunlocker.net. Man bezeichnet diesen SIM-Lock aufzuheben auch "entsperren".

Bootloader

Das Android-Betriebssystem ist ein Linux-System. Die Programme werden im Status eines Users ausgeführt. Bestimmte Programme oder Funktionen von Programmen benötigen aber den Administrator-Status des "root"-Users. Diese Rechte bekommt man aber nur, wenn das Gerät "gerootet" ist. 

Wenn man das bestehende Betriebssystem ersetzt, nennt man diesen Vorgang "flashing". 

Egal, ob es um das "Rooten" oder das "Flashen" geht, man benötigt Zugang zum so genannten Bootloader.

Als Bootloader (wikilink) bezeichnet man jenes Stück Software, das den Zweck hat, das eigentliche Betriebssystem und die dazugehörigen Programme auf das Handy zu übertragen. Bedient wird der Bootloader durch Spezialprogramme am PC.

Unlocking

Diese Bootloader sind im Auslieferungszustand zunächst "gelockt", d.h. es ist einem externen Programm nicht möglich, mit dem Bootloader zu kommunizieren. Durch gerätespezifische Prozeduren kann man den Bootloader "unlocken".

Unter "Unlocking" versteht man die Aufhebung einer Sperre zum Hochladen eines neuen Speicherinhalts (ROM). Nach dem Unlocking kann man ein neues ROM auf das Handy laden oder auch Ergänzungen zum bestehenden ROM. Das Programm, das im Allgemeinen zum unlocken verwendet wird, heißt fastboot. 

Dazu wird mit dem Hersteller des Geräts kommuniziert. Man sendet eine Gerätekennzahl (die IMEI-Nummer) an den Hersteller und bekommt einen Unlock-Key, mit dem man dann den Bootloader unlocken kann. Achtung: Mit der Durchführung dieses Vorgangs verliert man Garantieansprüche.

Wenn man also den Bootloader "unlocken" kann, besitzt man ein "offenes" Handy, und wenn man sich mit den Techniken des "Rooting" oder des "Flashing" beschäftigen will, benötigt man ein "offenes" Gerät.  

Kauft man aber ein Gerät mit einem Vertrag, dann ist diese Möglichkeit des "Unlocken des Bootloaders" vom Provider gesperrt, d.h. man bekommt vom Produzenten diesen Unlock-Key nicht. Damit werden Rechte des Providers auf die Integrität der von ihm modifizierten Geräte gewahrt.

Anmerkung: Es dürfte keine Möglichkeit geben, diese Geräte anderswie zu entsperren, es sei denn, man würde über die Software des Providers verfügen. Denn nur mit dem geeigneten Schlüssel der im Eigentum des Providers ist, kann die Geräte entsperren und damit die weiteren Schritte einleiten. Sollte daher ein Gerät vom Provider gelockt sein, muss man diesen Vorgang gegen eine Gebühr, die nicht unerheblich ist, rückgängig machen. Erst dann kann man daran gehen den Bootloader zu "unlocken".

Rooting

Ein Programm auf einem Handy läuft unter dem Kontext eines Benutzers ab. Gewisse Zugriffe sind ihm verwehrt, denn alle Android-Systeme sind ja Linux-Systeme. Manche Dinge, wie zum Beispiel ein vollständiges Backup oder auch nur so einfache Dinge wie ein Programm für einen Screenshot benötigen Root-Rechte, die aber ein Programm nicht besitzt. Bei einem "gerootetem" Handy kann man einer oder allen Anwendungen "Root"-Rechte verleihen.

Herstellerdetails

Zu allen diesen "Handgriffen" kommt hinzu, dass es keine zwei Hersteller gibt, bei denen diese Vorgänge gleich ablaufen würden. Einfach funktioniert es um Beispiel beim ZTE Blade, schwieriger ist es bei SONY. Wichtig ist aber, dass bei jedem Handy andere Methoden anzuwenden sind.

Tools

Unrevoked download

Anleitungen zum Unlocken, Rooten und Flashen

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